Kritik sollte berechtigt sein. Manche sagen, Kritik müsse legitim sein. Darunter verstehen die meisten eine bestimmte Wortbedeutung von legitim: „begründbar, berechtigt“. Wenn aber ein Kritisierter eine Kritik legitim findet, dann meint er damit eine andere Bedeutung: „Ich erkenne die Kritik als berechtigt an.“ Es gibt bei der Kritik zwei Seiten: Der Kritisierende findet die Kritik berechtigt bzw. der Kritisierte spürt die Berechtigung der Kritik. Eigentlich nur PuTTY SSH tunnel command line , wenn der Kritisierte die Kritik für legitim hält, besteht die Chance, dass er sie annimmt – und eigentlich nur so eröffnet sich die Möglichkeit, dass sich etwas bessert.

Das erfolgreiche Kritisieren ist eine Kunst für sich. Die meisten Menschen (so empfinde ich das) trennen die Sachbotschaft vom Kritiker. Das klingt so: „Von diesem Menschen lasse ich mir nichts sagen!“ Ja, warum nicht? Und die Kritisierten schimpfen: „Ich mag sie/ihn einfach nicht.“ Oder: „Diese Person hat keine Ahnung, was hier so vorgeht.“ – Oder: „Das ist so eine selbstgefällige Besserwisserei von Bessergestellten, die können gut reden. Die müssen nicht mit so niedrigen Problemen kämpfen wie wir.“ Oder: „Meine Eltern/Chefs/Lehrer bringen es ja selbst nicht, aber sie verlangen alles von mir.“

Friedemann Schulz von Thun lehrt uns, dass in einer Kritik „Du-Botschaften“ lauern wie „Du bist schlecht“ oder „Ich achte dich nicht“. Er empfiehlt, so zu reden, dass solche Botschaften nicht in der Luft liegen. Das mag ein schöner Gedanke sein, aber im Grunde muss der Kritiker vom Kritisierten doch als Kritiker anerkannt sein. Es geht wesentlich auch um gute Kommunikation, aber noch weitergehend um die Beziehung. Darf ein Ehepartner kritisieren? Oft nicht. Wird die Kritik eines ganz Fremden angenommen? Oft schon. Papa kann tausend Mal das Tattoo geschmacklos finden – was nur Dauergegenzorn und Beziehungsschäden nach sich zieht. Ein helles Lachen eines fremden Mädchens kann den Kritisierten dagegen augenblicklich auf Grund setzen.

Ich werde ja öfter kritisiert, weil ich „im Netz bin“. Manchmal bin ich traurig. Missverstanden und doch einige Male „versenkt“. Wenn ich meinen Kummer berichte, kommt so oft und immer wieder zurück: „Von diesen Menschen musst du dir nichts sagen lassen.“ – Ich: „Es stimmt aber irgendwie.“ – „Ach komm, man kann es nicht allen recht machen.“ Offenbar ist es also üblich, die Kritik abhängig vom Kritiker zu beurteilen? Ist es so? Wenn der Kritiker anerkannt ist, nimmt man die Kritik an, sonst faucht man zurück oder flucht im Keller, wenn es der Chef war. Vom geschiedenen Partner nimmt man dann absolut nichts mehr an?!

Wenn das nun der Regelfall ist, dann frage ich nochmals: Glauben Sie als jetzt von mir angenommener Linker, Rechter, Idealist oder Filterbläser, dass harsche Kritik „an dem Pack“ da draußen irgendeine andere Resonanz erzeugt als Gegenzorn und Widerstand?

Speziell die Kritik im Internet schaut gar nicht, ob sie vom Kritisierten legitimiert ist oder nicht. Voll drauf! Und die Lage wird nun immer schlimmer.

Schreiben Sie doch einmal vielleicht fünfzig Namen von Menschen auf, mit denen Sie zu tun haben. Machen Sie einen Haken an jede Person, von der Ihnen Feedback/Kritik willkommen ist. Sind es viele Häkchen geworden?

Machen Sie nun einen Haken hinter jede Person, die sich von Ihnen wirkungsvoll willig kritisieren lässt. Sind es viele Häkchen geworden?

Denken Sie nach, welche Menschen auf Ihrer Liste überhaupt kritisierbar sein könnten, welche sich zum Beispiel stets viel besser sehen als sie sind und immun gegen Objektives zu sein scheinen….

Das Ergebnis ist jedenfalls deprimierend, oder? Es liegt daran, dass wir die meisten unserer Kritiker nicht als legitimiert sehen und dass wir selbst nur bei wenigen Menschen legitimiert sind.

Was folgt daraus? Wir machen zu wenige Anstrengungen Number Search , uns als Kritiker zu legitimieren. Es reicht nicht mehr, Mutter, Vater, Chef, Lehrer oder Pastor zu sein, deren institutionelle Kritik unantastbar als faktisch objektiv hingenommen werden musste, weil sie aus einer Machtposition kam.

Nein, wir müssen legitimiert sein, wenn wir zum Beispiel im Netz meckern. Und weil wir darauf noch nicht gut genug achten, pfeifen uns Shit und der Gegenshit um die Ohren.

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